Requirements Engineering
Requirements EngineeringDie Disziplin, Anforderungen an ein System systematisch zu ermitteln, zu dokumentieren, abzustimmen und zu verwalten. Sie sorgt dafür, dass das Richtige gebaut wird – bevor es richtig gebaut wird.
Requirements Engineering umfasst vier Tätigkeiten: Anforderungen ermitteln, verständlich dokumentieren, mit allen Beteiligten prüfen und abstimmen – und sie über die Laufzeit verwalten, denn sie ändern sich. Den verbreitetsten Standard dafür setzt das International Requirements Engineering Board (IREB) mit seiner Zertifizierung zum Certified Professional for Requirements Engineering.
Der Wert liegt in einer einfachen Rechnung. Ein Missverständnis, das im Gespräch auffällt, kostet eine Stunde. Dasselbe Missverständnis in der fertigen Software kostet Wochen. Projekte überziehen Budget und Termin weit häufiger wegen unklarer oder wechselnder Anforderungen als wegen technischer Probleme.
Gutes Requirements Engineering produziert keine Aktenordner. Es produziert ein gemeinsames Verständnis – in der Form, die zum Projekt passt: ein schlankes Lastenheft, ein gepflegtes Backlog mit User Storys, Skizzen von Abläufen, ein Prototyp. Maßstab ist nicht der Umfang, sondern ob zwei Menschen dieselbe Anforderung gleich verstehen.
Ich arbeite als freiberuflicher Requirements Engineer an genau dieser Nahtstelle: zwischen denen, die ein Problem haben, und denen, die es lösen sollen. Unternehmen holen mich, bevor sie ausschreiben oder beauftragen; Agenturen und Softwarehäuser, bevor sie ein Angebot abgeben. In beiden Fällen ist das Ziel dasselbe – ein Projekt, das planbar wird, weil klar ist, was es leisten soll. Vor Ort arbeite ich vor allem in der Region zwischen Günzburg, Ulm und Augsburg, darüber hinaus remote.
Braucht man Requirements Engineering auch in agilen Projekten?
Ja, nur in anderer Form. Statt eines großen Dokuments zu Beginn wird laufend geklärt – im Backlog, im Refinement, mit Akzeptanzkriterien. Die Tätigkeit bleibt dieselbe, sie verteilt sich über das Projekt.
Wann lohnt sich ein externer Requirements Engineer?
Wenn viele Beteiligte mit unterschiedlichen Interessen im Spiel sind, wenn intern die Zeit fehlt oder wenn eine neutrale Person zwischen Auftraggeber und Dienstleister vermitteln soll – typischerweise vor Ausschreibungen und größeren Beauftragungen.