Usability-Test
UXEchte Nutzer lösen echte Aufgaben mit einer Website oder Anwendung, während jemand zusieht. Kaum eine Methode deckt so schnell und günstig auf, wo ein Produkt Menschen im Stich lässt.
Der Ablauf ist einfach. Fünf Personen aus der Zielgruppe bekommen nacheinander dieselben Aufgaben – „Finden Sie die Öffnungszeiten“, „Fordern Sie ein Angebot an“ – und denken dabei laut. Der Testleiter hilft nicht und verteidigt nichts, er beobachtet nur. Nach wenigen Durchgängen wiederholen sich die Probleme.
Getestet werden kann in jeder Phase: eine Skizze auf Papier, ein klickbarer Prototyp, die fertige Seite. Je früher, desto billiger ist die Korrektur. Ein Problem im Wireframe kostet eine Stunde, dasselbe Problem nach dem Livegang eine Woche.
Usability-Tests sind für mich das wirksamste Mittel gegen Geschmacksdiskussionen. Wenn vier von fünf Testpersonen den Kontaktbutton nicht finden, ist die Frage nach seiner Farbe entschieden – unabhängig davon, wer im Raum das letzte Wort hat. Agenturen, die ich begleite, nutzen solche Ergebnisse gern als neutrales Argument gegenüber dem Kunden.
Für regionale Projekte hat das einen angenehmen Nebeneffekt: Testpersonen sind leicht zu finden. Wer eine Website für einen Betrieb in Günzburg baut, findet unter dessen Kunden in einer Woche fünf Freiwillige. Ein Nachmittag, ein Laptop und ein Gutschein als Dankeschön genügen.
Reichen wirklich fünf Testpersonen?
Für das Aufspüren der gröbsten Probleme ja. Nach etwa fünf Personen wiederholen sich die Beobachtungen. Besser als ein großer Test sind mehrere kleine Runden mit Verbesserungen dazwischen.
Was ist der Unterschied zu einer Umfrage?
Eine Umfrage erfasst Meinungen, ein Usability-Test Verhalten. Menschen sagen oft, etwas sei einfach gewesen – nachdem sie sichtbar zwei Minuten gesucht haben.