Persona
UXDas auf Forschung gestützte Porträt eines typischen Nutzers: Ziele, Situation, Vorwissen, Hürden. Personas holen echte Menschen in den Raum, wenn ein Team über Gestaltung und Prioritäten entscheidet.
Eine Persona verdichtet, was man über eine Nutzergruppe weiß, zu einer greifbaren Figur mit Namen. Entscheidend ist nicht das Foto oder das Hobby, sondern das Verhalten: Was will diese Person erreichen? In welcher Lage nutzt sie das Produkt? Was weiß sie schon, was hält sie auf?
Der Begriff geht auf Alan Cooper zurück. Sein Gedanke: Wer für „alle“ gestaltet, gestaltet für niemanden. Drei bis fünf klar unterschiedene Personas genügen den meisten Projekten – und eine davon wird zur Hauptpersona, an der sich die Entscheidungen ausrichten. Für einen Hersteller aus dem Raum Günzburg sind das vielleicht der Einkäufer beim Kunden, der Servicetechniker im Außendienst und die Händlerin, die nachbestellt.
Personas stehen und fallen mit ihrer Grundlage. Aus Interviews, Beobachtungen und Supportanfragen entstanden, sind sie ein Arbeitsmittel. Am Konferenztisch ausgedacht, sind sie Vorurteile mit Stockfoto. Wenn keine Zeit für Forschung bleibt, ist es ehrlicher, von Annahmen zu sprechen und sie so zu kennzeichnen.
In der Anforderungsarbeit sind Personas für mich ein Filter. Bei jeder gewünschten Funktion lautet die Frage: Für wen ist das, und was kann sie danach, was sie vorher nicht konnte? Funktionen, auf die keine Antwort kommt, wandern im Backlog nach unten. Das ist freundlicher und wirksamer als jedes „Das brauchen wir nicht“.
Was ist der Unterschied zwischen Persona und Zielgruppe?
Die Zielgruppe beschreibt Merkmale wie Alter, Branche oder Einkommen. Die Persona beschreibt Verhalten und Ziele – das, woraus sich Gestaltungsentscheidungen ableiten lassen.
Wie viele Interviews braucht man für Personas?
Je Nutzergruppe fünf bis acht Gespräche liefern meist ein klares Bild. Danach wiederholen sich die Muster.