Informationsarchitektur
UXDie Ordnung hinter einer Website oder Anwendung: wie Inhalte gegliedert, benannt und verknüpft sind, damit Menschen finden, was sie suchen – ohne die interne Logik des Anbieters zu kennen.
Informationsarchitektur umfasst vier Dinge: die Gliederung der Inhalte, ihre Benennung, die Navigation und die Suche. Sie entsteht vor dem Design. Eine schöne Oberfläche auf einer unlogischen Struktur ist wie ein eleganter Wegweiser, der in die falsche Richtung zeigt.
Der klassische Fehler ist die Gliederung nach dem Organigramm. Unternehmen denken in Abteilungen, Besucher in Aufgaben. Niemand sucht „Geschäftsbereich Industrieservice“ – man sucht „Maschine reparieren lassen“. Gute Architektur übersetzt die Innensicht in die Sprache derer, die von außen kommen.
Zwei einfache Methoden liefern dafür belastbare Daten. Beim Card Sorting ordnen Testpersonen Begriffe auf Karten zu Gruppen und benennen sie – so zeigt sich, welche Ordnung Menschen erwarten. Beim Tree Testing suchen sie in der reinen Menüstruktur nach Zielen – so zeigt sich, ob die geplante Ordnung funktioniert.
In Relaunch-Projekten ist die Informationsarchitektur der Punkt, an dem ich die meisten Grundsatzdiskussionen erlebe, weil jede Abteilung auf der ersten Ebene stehen möchte. Testdaten beenden diese Diskussionen schneller als jedes Argument: Wenn acht von zehn Personen den Kundendienst unter „Kontakt“ suchen, steht er dort.
Wie viele Punkte darf eine Hauptnavigation haben?
Eine feste Zahl gibt es nicht, fünf bis sieben sind aber ein guter Richtwert. Wichtiger als die Anzahl ist, dass sich die Punkte klar unterscheiden und in der Sprache der Besucher benannt sind.
Was ist der Unterschied zwischen Informationsarchitektur und Navigation?
Die Architektur ist die Ordnung der Inhalte, die Navigation ihr sichtbarer Ausdruck. Eine gute Navigation kann eine schlechte Ordnung nicht retten – umgekehrt schon eher.