Above the Fold
WebdesignDer Bereich einer Webseite, der ohne Scrollen sichtbar ist. Er entscheidet in Sekunden, ob Besucher bleiben – und muss zeigen, wer Sie sind, was Sie anbieten und was der nächste Schritt ist.
Der Begriff stammt aus dem Zeitungsdruck: Die obere Hälfte der gefalteten Titelseite musste das Blatt am Kiosk verkaufen. Auf einer Website ist der Falz keine feste Linie, er hängt vom Gerät ab. Ein Smartphone zeigt deutlich weniger als ein Desktop-Monitor. Die wichtigste Botschaft muss deshalb auf sehr wenig Raum funktionieren.
Wenn ich als UX-Experte für eine Agentur einen Entwurf prüfe, schaue ich im sichtbaren Bereich auf drei Dinge: eine Überschrift, die den Nutzen benennt, genau eine klare Handlungsaufforderung und ein Bild, das die Aussage stützt, statt nur zu dekorieren. Alles andere darf weiter unten stehen.
Für regionale Unternehmen ist der erste Bildschirm auch der Ort für den Standort. Eine Schreinerei oder eine Arztpraxis in Günzburg gewinnt sofort Vertrauen, wenn gleich oben steht, wo sie arbeitet und für wen. Besucher aus der Region erkennen sich wieder und bleiben.
Was dort nichts verloren hat: Slider, die fünf Botschaften durchwechseln, Cookie-Banner, die die Überschrift verdecken, und austauschbare Stockfotos. Sie alle schieben das eigentliche Angebot unter den Falz – dorthin, wo ein großer Teil der Besucher nie ankommt.
Scrollen Besucher überhaupt noch?
Ja, die meisten scrollen – aber nur, wenn der erste Bildschirm einen Grund dafür liefert. Der Falz ist keine Mauer, sondern ein Versprechen auf das, was folgt.
Wie finde ich heraus, wo bei meiner Website der Falz liegt?
Öffnen Sie die Seite auf den Geräten, die Ihre Besucher tatsächlich nutzen. Analyse-Werkzeuge zeigen die häufigsten Bildschirmgrößen; testen Sie die zwei oder drei wichtigsten.