Agiles Projektmanagement
ProjektmanagementEine Arbeitsweise, die in kurzen Etappen liefert, früh Rückmeldung einholt und den Plan danach anpasst. Statt alles vorab festzulegen, wird regelmäßig gezeigt, gelernt und neu priorisiert.
Agil ist kein Verfahren, sondern eine Haltung mit vier Werten aus dem Agilen Manifest von 2001: Menschen und Zusammenarbeit vor Prozessen, funktionierende Ergebnisse vor umfassender Dokumentation, Zusammenarbeit mit dem Kunden vor Vertragsverhandlung, Reagieren auf Veränderung vor dem Befolgen eines Plans. Scrum und Kanban sind Wege, diese Haltung im Alltag zu leben.
Der praktische Kern ist ein kurzer Regelkreis: ein kleines Stück bauen, echten Nutzern oder dem Auftraggeber zeigen, daraus lernen, den nächsten Schritt wählen. Das senkt das größte Risiko jedes Digitalprojekts – monatelang am Bedarf vorbei zu arbeiten.
Agil heißt nicht planlos. Es gibt ein Ziel, ein Budget und eine Reihenfolge. Nur wird der Weg nicht für zwölf Monate im Voraus festgeschrieben, sondern alle paar Wochen anhand dessen überprüft, was man inzwischen weiß. Wer das mit „wir schauen mal“ verwechselt, bekommt die Nachteile beider Welten.
Als Projektleiter erlebe ich, dass agile Vorhaben selten an der Methode scheitern, sondern an der Entscheidungsfähigkeit des Auftraggebers. Agil funktioniert nur, wenn jemand da ist, der Prioritäten wirklich setzt – und „alles ist wichtig“ nicht als Antwort gelten lässt. Genau diese Rolle kläre ich, bevor ich ein agiles Vorgehen empfehle. Im inhabergeführten Mittelstand, wie er die Region zwischen Günzburg und Ulm prägt, ist das oft leichter als im Konzern: Wer entscheidet, sitzt zwei Türen weiter.
Ist agil immer besser als klassisch?
Nein. Steht das Ergebnis fest und ändert sich wenig – etwa bei einer Migration mit festem Umfang –, ist ein klassischer Plan effizienter. Agil spielt seine Stärke aus, wenn man unterwegs lernen muss, was eigentlich gebraucht wird.
Wie passen agiles Vorgehen und ein Festpreis zusammen?
Über ein festes Budget mit flexiblem Umfang: Das Wichtigste wird zuerst gebaut, und der Auftraggeber entscheidet laufend, was mit dem verbleibenden Budget entsteht. Alternativ vereinbart man Festpreise je Etappe.