Backlog

Projektmanagement

Die geordnete Liste von allem, was an einem Produkt noch getan werden könnte. Oben steht das Wichtigste, fein beschrieben; unten stehen grobe Ideen. Die Reihenfolge ist die eigentliche Aussage.

Ein Backlog ist keine Wunschliste und kein Archiv, sondern ein Steuerungsinstrument. Es beantwortet jederzeit eine Frage: Was machen wir als Nächstes – und was bewusst nicht? In Scrum ist der Product Owner dafür verantwortlich, dass diese Reihenfolge stimmt.

Die Einträge sind unterschiedlich scharf. Was in den nächsten Wochen ansteht, ist klein geschnitten, verstanden und mit Akzeptanzkriterien versehen. Was in einem halben Jahr kommen könnte, ist ein Stichwort. Alles gleich detailliert auszuarbeiten wäre Verschwendung, weil sich die Hälfte bis dahin ändert.

Die regelmäßige Pflege heißt Refinement: Einträge klären, schätzen, teilen, neu ordnen – und löschen. Ein Backlog mit vierhundert Einträgen ist kein Zeichen von Gründlichkeit, sondern von fehlenden Entscheidungen. Was seit einem Jahr unten liegt, wird nie gebaut; es ehrlich zu streichen entlastet alle.

Wenn ich in ein laufendes Projekt komme, schaue ich zuerst ins Backlog. An ihm lässt sich der Zustand eines Vorhabens ablesen wie an einem Blutbild: Gibt es eine erkennbare Reihenfolge? Versteht das Team die obersten zehn Einträge gleich? Steht bei jedem, woran man merkt, dass er erledigt ist?

Was ist der Unterschied zwischen Product Backlog und Sprint Backlog?

Das Product Backlog enthält alles, was für das Produkt denkbar ist. Das Sprint Backlog ist die Auswahl, die das Team im aktuellen Sprint umsetzen will, samt Plan dafür.

Wer darf Einträge ins Backlog schreiben?

Vorschlagen darf jeder. Über Aufnahme und Reihenfolge entscheidet eine Person – in Scrum der Product Owner. Ohne diese klare Verantwortung wird das Backlog zum Sammelbecken.

  • Backlog
  • Priorisierung
  • Refinement
  • Product Owner