Kanban

Projektmanagement

Eine Methode, Arbeit sichtbar zu machen und ihren Fluss zu verbessern: Aufgaben wandern als Karten über ein Board, und die Menge gleichzeitig begonnener Arbeit wird bewusst begrenzt.

Kanban stammt aus der Fertigung bei Toyota und wurde später auf Wissensarbeit übertragen. Die Praktiken sind schnell erklärt: Arbeit sichtbar machen, begonnene Arbeit begrenzen, den Fluss beobachten und verbessern, Regeln ausdrücklich machen. Ein Board mit den Spalten „Zu tun“, „In Arbeit“ und „Erledigt“ ist der Anfang, nicht das Ganze.

Das Herzstück ist die Begrenzung paralleler Arbeit. Stehen in der Spalte „In Arbeit“ höchstens drei Karten, muss erst etwas fertig werden, bevor Neues beginnt. Das fühlt sich zunächst langsamer an und ist fast immer schneller, weil ständiges Wechseln zwischen Aufgaben mehr Zeit frisst, als man glaubt.

Im Unterschied zu Scrum kennt Kanban keine festen Sprints und keine vorgeschriebenen Rollen. Es setzt auf dem auf, was da ist, und verändert es schrittweise. Das macht es ideal für Teams mit viel ungeplanter Arbeit: Support, Betrieb, Marketing, Agenturalltag mit vielen kleinen Kundenaufträgen.

Ich nutze ein Kanban-Board oft als Diagnosewerkzeug. Nach zwei Wochen sieht man ohne jede Auswertung, wo es sich staut: Liegen die Karten vor der Abnahme durch den Kunden? Vor dem Test? Bei einer einzelnen Person? Der Engpass, den alle gefühlt haben, wird sichtbar – und damit besprechbar.

Kanban oder Scrum – was passt besser?

Scrum eignet sich für Produktentwicklung mit planbaren Etappen, Kanban für laufende Arbeit mit wechselnden Prioritäten. Viele Teams kombinieren beides: Sprints für den Rhythmus, Kanban-Regeln für den Fluss.

Was bedeutet WIP-Limit?

WIP steht für Work in Progress. Das Limit legt fest, wie viele Aufgaben gleichzeitig in einer Spalte sein dürfen. Es zwingt dazu, Begonnenes abzuschließen, statt Neues anzufangen.

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